Vorsteuerabzug

Um den Vorsteuerabzug zu bekommen, müssen auf den Rechnungen, die in Ihrem Unternehmen
eingehen, bestimmte Angaben enthalten sein. Diese Angaben müssen andererseits natürlich auch
auf Ihren Ausgangsrechnungen an unternehmerisch tätige Kunden stehen. Es kann sonst vorkommen,
dass Ihr Kunde reklamiert oder im schlimmsten Fall nicht bezahlt.

• Vollständiger Name und vollständige Anschrift: Es genügt, wenn sich Name und Anschrift
des Leistenden und des Leistungsempfängers eindeutig feststellen lassen (§ 31 Abs. 2 UStDV).
Es genügt auch eine Postfach- oder Großkundenadresse (A14.5 Abs. 2 UStAE). Allerdings genügt
es für die Angabe der Anschrift des Leistungsempfängers nicht, wenn die Rechnung nur unter
dem Zusatz „c/o“ an einen Dritten adressiert ist.

• Steuernummer oder USt.-ID-Nummer: Auf der Rechnung ist die Steuernummer des leistenden
Unternehmers oder dessen USt.-ID-Nr. anzugeben. Wir raten zur Verwendung der USt.-ID-Nr.,
da ein geschickter Frager die Steuernummer zum telefonischen Herumspionieren im Finanzamt
missbrauchen könnte.

• Vorsteuerabzug bei falscher Steuernummer: Der Leistungsempfänger soll die Rechnungsangaben
auf Richtigkeit überprüfen. Der Vorsteuerabzug bleibt aber erhalten, wenn die Steuernummer
oder die inländische USt.-ID-Nr. unrichtig ist und der Leistungsempfänger dies nicht erkennen
konnte.

• Hinweis auf die Steuerschuld des Rechnungsempfängers: In Fällen der Steuerschuldumkehr
(§ 13 b UStG) ist ein Hinweis hierauf erforderlich: „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“.
Zusätzlich muss die Steuer- bzw. USt.-ID-Nummer des Leistungsempfängers angegeben
werden.
• Fortlaufende Rechnungsnummer: Die Rechnung muss nicht unbedingt fortlaufend sein, aber
einmalig. Eine lückenlose Abfolge der ausgestellten Rechnungsnummern ist nicht zwingend (A
14.5 Abs. 10 UStAE).

• Menge und handelsübliche Bezeichnung: Die Bezeichnung muss eine leicht nachprüfbare
Feststellung der Leistung ermöglichen. Handelsübliche Sammelbezeichnungen sind ausreichend,
wenn man daraus erkennen kann, welcher Mehrwertsteuersatz anzuwenden ist, z. B. Baubeschläge,
Büromöbel, Kurzwaren, Schnittblumen, Spirituosen, Tabakwaren, Waschmittel. Bezeichnungen
allgemeiner Art, z. B. „Geschenkartikel“ oder „Beratungsleistungen“ reichen nicht
aus.

• Zeitpunkt der Leistung: Die Angabe des Kalendermonats ist ausreichend, z. B. „Leistungsmonat
April 2018“ (§ 31 Abs. 4 UStDV). Ein Verweis auf den Lieferschein reicht, sofern sich hieraus
das Leistungsdatum ergibt. Aber: Die Angabe des Lieferscheindatums reicht nicht, wenn der
Hinweis fehlt, dass das Lieferscheindatum dem Leistungsdatum entspricht (A 14.5 Abs. 16
UStAE).
• Das Entgelt: Dieses muss für die Lieferung oder sonstige Leistung nach Steuersätzen und einzelnen
Steuerbefreiungen aufgeschlüsselt werden. Sie müssen außerdem jede im Voraus vereinbarte
Minderung des Entgelts angeben.
• Steuersatz und ggf. Steuerbefreiung: Dazu genügt eine Angabe in umgangssprachlicher Form,
z. B. „steuerfreie Ausfuhrlieferung“ oder „steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung“.
• Achtung: Es gibt zahlreiche weitere Besonderheiten, z. B. bei der Abrechnung einer Gutschrift
durch den Leistungsempfänger (typischer Fall Provisionsgutschrift), bei Dauerleistungen, z. B.
Mietzahlungen und vielem anderen mehr.