Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau

Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau

Bundesrat stimmt dem Gesetzesentwurf zu
Schon im November letzten Jahres hatte die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf zur
Einführung einer Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau in den Bundestag eingebracht.
Nachdem die Abgeordneten diesem Entwurf zugestimmt hatten, nahm der Bundesrat eine Abstimmung
hierzu zwar in die Tagesordnung auf, strich den Punkt aber kurzfristig wieder. Nunmehr hat der Bundesrat dem Gesetz zugestimmt.

Im Einkommensteuergesetz (EStG) wird demnach ein neuer § 7b eingeführt. Dieser sieht vor,
dass die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für bestimmte Wohnungen im Jahr der Anschaffung
und in den drei Folgejahren mit jeweils bis zu fünf Prozent bei der Steuer abgeschrieben werden können.
Bei der Anschaffung ist zu beachten, dass die Wohnung dann als neu gilt, wenn sie bis zum Ende
des Jahres der Fertigstellung angeschafft wird.
Darüber hinaus gelten folgende Voraussetzungen: Die Wohnung muss aufgrund eines Bauantrags
oder einer Bauanzeige, die zwischen dem 31. August 2018 und dem 1. Januar 2022 gestellt
wurde, neu geschaffen worden sein. Die Herstellungs- bzw. Anschaffungskosten dürfen 3.000 Euro
pro Quadratmeter nicht übersteigen und die Wohnung muss im Jahr der Anschaffung und in den folgenden
neun Jahren Mietzwecken dienen. Das Gesetz stellt klar, dass die Wohnungen nicht Wohnzwecken
dienen, wenn sie nur zur vorübergehenden Beherbergung von Personen dienen.
Maximal können 2.000 Euro pro Quadratmeter als Bemessungsgrundlage für die Sonderabschreibung
geltend gemacht werden. Dies soll dafür sorgen, dass kostengünstige Wohnungen geschaffen werden.
Dient die Wohnung nicht für die genannten zehn Jahre zu Mietzwecken, kann die Sonderabschreibung
rückgängig gemacht werden. Das gleiche gilt, wenn die Wohnung innerhalb dieser zehn
Jahre veräußert wird und der Gewinn weder der Einkommen-noch der Körperschaftsteuer unterliegt
oder die Baukosten von 3.000 Euro pro Quadratmeter innerhalb der ersten drei Jahre nach Herstellung
überschritten werden. Zur Rückgängigmachung können die Finanzämter bereits ergangene und
bestandskräftige Steuerbescheide ändern oder aufheben.
Das Gesetz wird nunmehr dem Bundespräsidenten zur Unterzeichnung zugeleitet und tritt am
Tag nach der Verkündigung in Kraft.