Lohnaufzeichnungsverordnung, Mindestlohn: Ein Fall aus der Praxis

„Hallo Daheimgebliebene! Beste Urlaubsgrüße aus den Dolomiten." Diese Urlaubsgrüße eines
Mitarbeiters wurden seinem Chef, dem Inhaber einer Münchener Pizzeria zum Verhängnis. Denn offiziell
— laut Stundenzettel —hat dieser Koch im Betrieb gearbeitet.
Doch wo liegt das Problem?
Schwarzarbeit in der Gastronomie und anderen Branchen immer noch kein seltenes Phänomen. Es
werden Mitarbeiter und/oder Aushilfen „auf dem Papier“ beschäftigt, die gar Harz VI oder Arbeitslosengeld
beziehen oder sie sind als Aushilfe bei einem anderen Betrieb schon gemeldet. Um die an die Schwarzarbeiter
gezahlten Löhne abdecken zu können, werden dann Freunde oder Familienmitglieder auf dieser Basis
gemeldet.
Es gibt jedoch die Pflicht zur Aufzeichnung der Arbeitszeit nach dem Mindestlohngesetz bzw. der
Mindestlohnaufzeichnungsverordnung, deren Einhaltung wird insbesondere durch die Zollverwaltung geprüft.
Die gut a ausgebildeten, meist jungen Zöllner, kennen sich auch mit den soziale Medien aus und sehen sich
die Kontakte auf der Webseite der Unternehmen an und werden gar nicht so selten fündig. Dies, weil die
Mitteilungen entweder nicht gelöscht werden oder die Vertraulichkeit der Mitteilunge nicht gegeben ist. Nicht
immer sind die Einstellungen zur Privatsphäre so, dass Außenstehende die Posts nicht einsehen können.
Bei einem durchgeführten Abgleich dieser Daten wurden Unregelmäßigkeiten aufgedeckt, der Arbeitgeber
wurde zu einer nicht unerheblichen Nachzahlung von Sozialversicherungsbeträgen und Lohnsteuer
gebeten.
Ausgangsbasis war eigentlich eine Prüfung über einen Verstoß gegen das Mindestlohngesetz.
Dass dabei als „Beifang“ nicht unerhebliche sozialversicherungsrechtliche und steuerliche Folgen durch
eine Mitteilung an die entsprechenden Behörden