Keine Grunderwerbsteuer auf Einbauküche und Markisen

Käufer können die Grunderwerbsteuer reduzieren, wenn aus dem Kaufpreis Beträge
herausgerechnet werden, die nicht die Immobilie selbst betreffen, sondern gebrauchte bewegliche
Gegenstände. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass die für das Zubehör ausgewiesenen
Kaufpreise realistisch sind. Dies ergibt sich aus einer Entscheidung des Finanzgerichts Köln.

Sachverhalt
Eheleute hatten für 392.500 EUR ein Einfamilienhaus gekauft. Im notariellen Kaufvertrag wurde
vereinbart, dass 9.500 EUR auf die mitverkaufte Einbauküche und Markisen entfielen. Das Finanzamt
erhob aber auch auf diesen Teilbetrag Grunderwerbsteuer, weil es den Preis für die
gebrauchten Gegenstände für zu hoch hielt. Dieser Ansicht folgte das Finanzgericht Köln aber
nicht.

Die in einem Kaufvertrag gesondert vereinbarten Kaufpreise sind der Besteuerung zugrunde
zu legen, solange keine Zweifel an der Angemessenheit bestehen. Will das Finanzamt
dies nicht akzeptieren, muss es nachweisen, dass keine realistischen Werte angesetzt worden
sind.

Merke: Als Vergleichsmaßstab sind weder die amtlichen Abschreibungstabellen noch die auf
Verkaufsplattformen für gebrauchte und ausgebaute Gegenstände geforderten Preise geeignet.
Führen die Inaugenscheinnahme, Fotos und weitere Angaben nach Ansicht des Finanzamts zu
keiner sachgerechten Schätzung, muss ggf. ein Sachverständiger herangezogen werden.