Geschäftsbeteiligung: So zahlen Sie 25 statt 45 Prozent Steuern

Geschäftsbeteiligung: So zahlen Sie 25 statt 45 Prozent Steuern

Angenommen, ein Geschäftspartner bietet Ihnen an, sich an einem Geschäft zu beteiligen. Sie vereinbaren, dass Sie ihm Geld leihen und wenn das Geschäft mit Gewinn abgeschlossen ist, schicken Sie ihm eine Rechnung. Dann zahlen Sie darauf normalerweise den Spitzensteuersatz.
Sie könnten es auch cleverer machen: Dann wählen Sie eine „stille Beteiligung“ oder ein partiarisches Darlehen. So kommen Sie mit dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent davon. Ihr Geschäftspartner setzt die Zahlung an Sie trotzdem voll ab.
Was ist ein partiarisches Darlehen? Das ist ein Darlehen, bei dem keine festen Zinsen ver-einbart sind, sondern die Verzinsung vom Gewinn abhängt.
Beispiel: X plant ein Immobilien-Projekt. Y leiht ihm eine halbe Million Euro. Es ist vereinbart, dass man sich den Gewinn teilt. Dieser beträgt am Ende 200.000 Euro. Y erhält also 100.000 Euro Zinsen auf sein partiarisches Darlehen. X führt 25.000 Euro Abgeltungssteuer ab – plus Soli. Y muss nichts mehr versteuern. X kann die 100.000 Euro voll absetzen.
Rechtsquellen: Die stille Gesellschaft und das Darlehen werden einkommensteuerlich gleichbehan-delt. Der stille Gesellschafter bzw. der Darlehensgeber hat Einkünfte aus Kapitalvermögen gem. § 20 Abs. 1 Nr. 4 EStG. Die Einkommensteuer ist durch den Kapitalertragsteuer-Abzug in Höhe von 25 Prozent erledigt (§ 43 Abs. 1 Nr. 3 EStG).
Mit dem „Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ soll der Veräußerungsbegriff in § 20 Einkommensteuergesetz ein-geschränkt werden. Danach sollen die Uneinbringlichkeit einer Kapitalforderung sowie die Aus-buchung oder Übertragung wertloser Wirtschaftsgüter mit Wirkung ab dem Veranlagungszeitraum 2020 nicht mehr als Veräußerung anzusehen sein. Etwaige Verluste wären dann steuerlich unbeacht-lich.