Für Unternehmer: Geschenke an Geschäftsfreunde als Betriebsausgaben

Für Unternehmer
Geschenke an Geschäftsfreunde als Betriebsausgaben

Kleine Geschenke sind gerade in der (Vor-)Weihnachtszeit ein beliebtes Mittel, um Kunden zu binden und die Beziehung zu Geschäftsfreunden persönlicher zu gestalten. Damit Geschenke als Betriebsausgaben abzugsfähig sind, müssen die Aufwendungen einzeln und getrennt von den sons- tigen Betriebsausgaben aufgezeichnet werden. Zudem ist eine Wertgrenze zu beachten.
Geschenke sind nur bis zu 35 EUR pro Wirtschaftsjahr und Empfänger als Betriebsausga- ben abziehbar. Dabei handelt es sich um eine Freigrenze.
Beispiel
Das Unternehmen U schenkt seinem Kunden A im April 2019 eine Flasche Wein im Wert von 25 EUR. Sofern die Aufzeichnungspflichten erfüllt sind, sind die Aufwendungen als Betriebsausgaben abzugsfähig.
Schenkt U dem A nun zu Weihnachten 2019 erneut eine Flasche Wein (Wert = 20 EUR), sind beide Geschenke für das Jahr 2019 nicht als Betriebsausgaben abzugsfähig, da die 35 EUR-Grenze in
Summe überschritten wird.
Ist die Wertgrenze als Brutto- oder als Nettowert zu verstehen? Hier kommt es darauf an, ob der schenkende Unternehmer vorsteuerabzugsberechtigt ist.
Beispiel
U schenkt seinem Kunden B im Dezember einen Geschenkkorb im Wert von 37 EUR (brutto). Weitere Geschenke erhält B von U in 2019 nicht.
Ist U zum Vorsteuerabzug berechtigt, sind die Kosten steuerlich abzugsfähig. Denn hier zählt der Net- towert in Höhe von 31,09 EUR (37/1,19).
Ist der Vorsteuerabzug ausgeschlossen, zählt der Bruttowert – und die Aufwendungen sind nicht ab- ziehbar.

Minijob-Arbeitsverhältnisse – „Arbeit auf Abruf“ vs. „Arbeit auf Anfrage“

Wird bei Arbeit auf Abruf keine wöchentliche Arbeitszeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitneh- mer vereinbart, gilt die gesetzliche Annahme einer Mindestwochenstundenzahl. Diese hat sich seit dem 1.1.2019 von bisher 10 Stunden auf 20 Stunden pro Woche erhöht (§ 12 TzBfG).
Durch diese Erhöhung der vermuteten Wochenstundenzahl ergibt sich das Problem, dass Arbeitnehmer auf Minijob-Basis die 450 €-Grenze überschreiten und somit sozialversicherungspflichti- ge Beschäftigungsverhältnisse entstehen, wenn keine wöchentliche Arbeitszeit schriftlich vereinbart wurde. Die dringende Empfehlung für solche „Arbeit auf Abruf“-Beschäftigungsverhältnisse lautet da- her, eine wöchentliche Arbeitszeit zu vereinbaren und ggf. über ein Jahresarbeitszeitkontomodell zu arbeiten
Mit dieser Änderung ergab sich eine Verunsicherung bezüglich vieler Aushilfsarbeitsverhältnisse.
Beispiel:
Der Gastwirt beschäftigt 5 Vollzeit-Arbeitnehmer und 10 Minijobber. Diese Minijobber werden je nach Bedarf und Arbeitsanfall eingesetzt.
Kann oder will Minijobber 1 an dem vom Gastwirt angefragten Tag nicht arbeiten, fragt der Gastwirt bei einem anderen Minijobber an usw. bis sich eine Aushilfe für den fraglichen Zeitraum zur Arbeit bereit erklärt.
Bei einem Beschäftigungsverhältnis „Arbeit auf Abruf“, bestimmt der Arbeitgeber einseitig die Lage der Arbeitszeit durch Abruf der Arbeitsleistung (§ 12 Abs.1 Satz 1 TzBfG). Hierfür müssen Abruf- fristen eingehalten werden und der Arbeitnehmer ist verpflichtet die Arbeitsleistung zu erbringen.
Davon abzugrenzen ist jedoch die „Arbeit auf Anfrage“. Streng genommen handelt es sich hierbei um Ein-Tages-Beschäftigungsverhältnisse. Der entscheidende Unterschied an dieser Variante ist, dass der Arbeitgeber die Arbeitsleistung zusammen mit dem Arbeitnehmer abstimmt. Der Arbeit- nehmer kann in dieser Konstellation vom Arbeitgeber angefragte Arbeitseinsätze – ohne Begrün- dung – ablehnen. In diesem Fall ist die Vereinbarung einer wöchentlichen Arbeitszeit nicht notwendig und auch gar nicht gewollt. Der Arbeitgeber kann diese Beschäftigten nicht zur Arbeit verpflichten, der Arbeitnehmer hat auch kein Recht, Arbeit und damit Entlohnung einzufordern.
Lösung:
Die Beschäftigungsverhältnisse der Minijobber fallen nicht unter den Anwendungsbereich der
„Arbeit auf Abruf“, da der jeweilige Minijobber die angefragten Arbeitseinsätze gegenüber dem Gast- wirt ablehnen kann. Es handelt sich um „Arbeit auf Anfrage“, bei welcher die tatsächlich gearbeiteten Stunden der jeweiligen Vereinbarung für die fragliche Woche entsprichen.
Hinweis:
In den Arbeitsverträgen oder im Personalfragebogen kann bei dem Punkt „vereinbarte Ar- beitszeit“ die Formulierung „nach Absprache im Einzelfall“ gewählt werden. Die Stundenliste, in welcher die jeweils gearbeiteten Stunden aufgezeichnet werden, dient als Nachweis darüber, wie im Einzelfall die Arbeitszeit vereinbart war.

Schwarzlohn
Berechnungsbeispiel (ohne Umlagen U1/U2, U3 und BG-Beitrag)

Das kostet ein Schwarzarbeiter mit einem „Nettolohn“ von € 2.000. Es erfolgt eine Hochrechnung auf einen fiktiven Bruttolohn. Die Differenz zwischen den „netto“ gezahlten € 2.000,00 und dem fiktiven Bruttolohn von € 5.040,25 ist zusätzlicher Aufwand für den Arbeitgeber. Es lässt sich leicht ausrechnen, was da innerhalb kurzer Zeit an Mehraufwand (und die daraus resultierenden Strafrechtlichen Vorwürfe) zusammenkommt.
A ist bei B beschäftigt, aber nicht zur Sozialversicherung gemeldet. Er erhält monatlich einen Betrag von 2.000 EUR schwarz ausgezahlt. Zuständige Krankenkasse ist die AOK Bayern. A ist Kirchenmitglied.

Nettoarbeitsentgelt
Steuer
2.000,00 EUR
Lohnsteuer 1.193,75 EUR
Solidaritätszuschlag 65,65 EUR
Kirchensteuer 95,50 EUR
Arbeitnehmeranteile
Krankenversicherung 306,81 EUR
Zusatzbeitrag 23,12 EUR
Rentenversicherung 390,86 EUR
Pflegeversicherung 74,60 EUR
Arbeitslosenversicherung 52,54 EUR
Arbeitgeberanteile
Krankenversicherung 306,81 EUR
Zusatzbeitrag 23,12 EUR
Rentenversicherung 390,86 EUR
Pflegeversicherung 64,09 EUR
Arbeitslosenversicherung 52,54 EUR
Bruttoarbeitsentgelt 5.040,25 EUR
Erkenntnis: Schwarzarbeit lohnt sich nicht!!!

Transparenzregister: Meldepflichten bei Kommanditgesellschaften
Ich möchte darauf hinweisen, dass u. a. die Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz keine (un- gefragte) Beratungs- und Aufklärungspflicht des Steuerberaters gegenüber seinen Mandanten im Hinblick auf die Pflichten nach dem Transparenzregister sieht.
Wirtschaftlich Berechtigte (§ 3 Abs. 1 GwG) sind natürliche Personen. Diese haben im Trans- parenzregister eine Meldepflicht zu erfüllen, so lange sich die Pflichtangaben nicht aus anderen öffent- lichen Registern ergeben (§ 20 Abs. 2 Satz 1 GwG).
Bei eingetragenen Personengesellschaften, beispielsweise KG oder Co. KG, besteht ein zu- sätzliches Erfordernis der Anmeldung zum Transparenzregister, weil die im Handelsregister gemelde- ten oder öffentlich zugänglichen Informationen nicht für die Befreiung von der Meldepflicht beim Transparenzregister ausreichend sind.
Fehlend beim Handelsregistereintrag für Kommanditisten ist beispielsweise die Höhe der pro- zentualen Kapitalbeteiligung der einzelnen wirtschaftlich Berechtigten. Auch die Verteilung der Stimm- rechte oder die Höhe der Pflichteinlage ist fehlend.
Verschiedene Kommentatoren kommen deshalb zu dem nachvollziehbaren Ergebnis, dass eine zusätzliche Meldepflicht bei KG und Co. KG wohl der tatsächliche Regelfall sein wird