Freiberufler und Gewerbetreibende Bundesfinanzministerium konkretisiert seine Ansicht zur Erfassung von EC-Karten- Umsätzen im Kassenbuch

Nach Meinung des Bundesfinanzministeriums stellt die Erfassung von EC-Karten-Umsätzen im
Kassenbuch einen formellen Mangel dar, da im Kassenbuch lediglich Barbewegungen zu erfassen sind.
Diese Ansicht hatte der Deutsche Steuerberaterverband als nicht praktikabel kritisiert. Hierauf hat das
Bundesfinanzministerium nun mit einem Schreiben reagiert und seine Auffassung präzisiert.
In der Praxis erfolgt die Erst-Erfassung der Gesamtumsätze über das Kassenbuch und die ECZahlungen
werden quasi als „Ausgabe“ wieder ausgetragen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird sodann
der Gesamtbetrag entsprechend im Kassenkonto gebucht und die EC-Kartenumsätze über das Geldtransitkonto
ausgebucht (durchlaufender Posten).

Ende 2017 hatte der Deutsche Steuerberaterverband darauf hingewiesen, dass das Bundesfinanzministerium
diese Handhabung nicht akzeptiert. Nun hat das Bundesfinanzministerium seine Sichtweise
wie folgt konkretisiert:

Das Kassenbuch soll so beschaffen sein, dass der Sollbestand jederzeit mit dem Istbestand verglichen
werden kann, um eine jederzeitige Kassensturzfähigkeit herzustellen. Die steuerrechtliche
Würdigung des Sachverhalts ist vom Einzelfall abhängig. Werden die im Kassenbuch erfassten ECKarten-
Umsätze zum Beispiel in einem weiteren Schritt gesondert kenntlich gemacht oder sogar wieder
aus dem Kassenbuch auf ein gesondertes Konto aus- bzw. umgetragen, ist weiterhin die Kassensturzfähigkeit
der Kasse gegeben.

Die (zumindest zeitweise) Erfassung von EC-Karten-Umsätzen im Kassenbuch ist ein formeller
Mangel, der bei der Gewichtung weiterer formeller Mängel im Hinblick auf eine eventuelle Verwerfung
der Buchführung regelmäßig außer Betracht bleibt. Voraussetzung ist jedoch, dass der Zahlungsweg
ausreichend dokumentiert wird und die Nachprüfbarkeit des tatsächlichen Kassenbestands jederzeit besteht.