Berücksichtigung von Verlusten

Nach der Auffassung der Finanzverwaltung ist ein Verlust stets vorrangig mit Unterentnahmen
zu verrechnen. Doch dies hat der Bundesfinanzhof aktuell abgelehnt und sich für folgende
Vorgehensweise ausgesprochen:

• In einem Verlustjahr darf – bei isolierter Betrachtung dieses Jahres – die Überentnahme
nicht höher sein als die Entnahme und auch nicht höher als die Differenz zwischen Entnahme
und Einlage. Die Überentnahme des aktuellen Wirtschaftsjahrs ist auf den Entnahmeüberschuss
begrenzt. Übersteigen dagegen die Einlagen die Entnahmen, wird
der Einlagenüberschuss mit dem Verlust verrechnet, sodass der Verlust die Unterentnahme
dieses Jahres ggf. bis auf Null mindert.
• Diese Grundsätze gelten auch bei der periodenübergreifenden Berechnung der Überentnahme:
o In einem ersten Schritt sind Verluste bei Ermittlung der zu addierenden Überund
Unterentnahmebeträge in die Berechnung einzubeziehen. Rechnerisch gehen
sie damit in die Überentnahme des einzelnen Wirtschaftsjahrs und auch in
die Bemessungsgrundlage der Totalperiode ein.
o Da aber ein Verlust für sich genommen keine Überentnahme begründen darf, ist
in einem zweiten Schritt die Bemessungsgrundlage der nicht abziehbaren
Schuldzinsen des aktuellen Jahres auf den kumulierten Entnahmeüberschuss
der Totalperiode (= Entnahmen abzüglich Einlagen der Totalperiode) zu begrenzen.

Praxistipp: Die Entscheidung kann in bestimmten Jahren günstiger, in anderen Jahren aber
auch nachteiliger sein als der Verrechnungsmodus der Finanzverwaltung. Da es gleichgültig ist,
in welchem Jahr innerhalb der Totalperiode Gewinne oder Verluste erzielt sowie Entnahmen oder
Einlagen getätigt wurden, ist der Steuerpflichtige zu einer vorausschauenden Planung seiner
Entnahmen auch in Gewinnjahren veranlasst, damit diese sich nicht durch spätere Verluste in
Überentnahmen verwandeln.