Aufwendungen für den Besuch eines Fitness- und Gesundheitsclubs nicht abzugsfähig

Aufwendungen für den Besuch eines Fitness- und Gesundheitsclubs nicht abzugsfähig

Aufwendungen für den Besuch eines Fitness- und Gesundheitsclubs sind jedenfalls dann
nicht als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen, wenn der Steuerpflichtige keine
ärztliche Verordnung vorlegt. Pauschale ärztliche Bescheinigungen, nach denen z. B. Krankengymnastik
und Muskeltraining angeraten werden, reichen nach einer Entscheidung des Finanzgerichts
Köln nicht.

Sachverhalt
Eine Steuerpflichtige hatte in ihrer Einkommensteuererklärung den Jahresbeitrag für einen Fitnessund
Gesundheitsclub sowie Fahrtkosten zum Club als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht.
Doch weder das Finanzamt noch das Finanzgericht Köln erkannten die Aufwendungen steuerlich
an.

Das Finanzgericht stellte zunächst infrage, ob und inwieweit es sich bei den Fitnessstudiobeiträgen
überhaupt um unmittelbare (berücksichtigungsfähige) Krankheitskosten und nicht vielmehr
um Kosten für vorbeugende oder allgemein gesundheitsfördernde Maßnahmen handelt, die zu
den nicht abziehbaren Kosten der Lebensführung gehören.
Letztlich konnte diese Frage jedoch offenbleiben, da die Steuerpflichtige eine zum Nachweis
der Zwangsläufigkeit erforderliche Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers für jede durchgeführte
Einzelmaßnahme nicht vorgelegt hat.

Merke: Es reicht nicht aus, dass ein Arzt pauschal bescheinigt, dass Sporttherapie, Krankengymnastik,
Bewegungsübungen und Massagen unter therapeutischer Anleitung benötigt werden und Aufbautraining
der Muskulatur angeraten wird, um die Gesundheit aufrechtzuerhalten. Denn diese Bestätigungen
stellen kein Rezept oder eine Verschreibung einer konkreten und individuellen Therapiemaßnahme
dar.