Arbeitsverträge für Minijobber

Arbeitsverträge für Minijobber

Arbeitsverträge mit Minijobbern führen in manchen Unternehmen ein Schattendasein. Dabei lauern
gerade in dem Bereich nicht unerhebliche Risiken für Sie. Dies beginnt häufig schon bei der Festlegung der
Arbeitszeit für Teilzeitkräfte und Aushilfen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können in gewissen Grenzen
vereinbaren, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall zu erbringen hat.
Man spricht dabei auch von der 'Arbeit auf Abruf', was insbesondere bei Minijobbern häufig anzutreffen ist,
da diese eben gerade dann, wenn Not am Mann ist, aushelfen sollen.
Bekanntlich haben sich jedoch schon zum Jahresbeginn die rechtlichen Rahmenbedingungen
durch das Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (Teilzeit- und Befristungsgesetz/TzBfG)
geändert. Betroffen hiervon sind insbesondere Minijobs, bei denen keine vertragliche Vereinbarung zur wöchentlichen Arbeitszeit getroffen wurde. Seit 1.1.2019 gilt gemäß § 12 TzBfG eine wöchentliche Arbeitszeit
von 20 Stunden. Bis dahin waren es lediglich 10 Stunden.
Was sich wenig dramatisch anhört, führt jedoch bei einem Minijob auf Abruf zur kompletten Sozialversicherungspflicht.
Ohne ausdrückliche arbeitsvertragliche Regelung gelten 20 Wochenstunden als vereinbart,
und für diese schuldet der Arbeitgeber eine Vergütung, mindestens in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns
von 9,19 € je Stunde. Unter Berücksichtigung des Mindestlohns und eines Wochenfaktors von
4,33 (52 Kalenderwochen durch zwölf Monate) ergibt sich eine Mindestvergütung in Höhe von 790,85 €.
Damit wird die Verdienstgrenze für Minijobs mehr als deutlich überschritten, und der Arbeitgeber schuldet
hierfür Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge.
Alle Arbeitnehmer haben Anspruch auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag, auch Aushilfen und Teilzeitkräfte,
die als 450 €-Kräfte oder kurzfristig Beschäftigte in Unternehmen arbeiten. Soweit Sie Aushilfen
ohne schriftliche Vereinbarung beschäftigen, sollte die Schriftform jetzt zeitnah nachgeholt bzw. bestehende
Arbeitsverträge ohne Vereinbarung der Arbeitszeit angepasst werden. Dabei ist es grundsätzlich möglich,
dass dem Arbeitnehmer monatlich ein gleichbleibender Betrag ausgezahlt wird, er lediglich in den einzelnen
Monaten unterschiedliche Arbeitszeiten hat und je nach betrieblichem Aufwand und Erfordernissen in einzelnen
Monaten 'Minusstunden' entstehen, die durch Mehrarbeit im Folgemonat ausgeglichen werden.
Grundsätzlich ist es auch möglich, einen Arbeitsvertrag über die Zeit zu schließen, zu der die Aushilfe auf
jeden Fall arbeiten wird. Eventuelle Mehrarbeiten sind ggf. als überstunden zu vergüten. Dies birgt jedoch
das Risiko, dass ein Arbeitnehmer mehr als 49 Stunden arbeitet und somit Anspruch auf eine Vergütung
hat, die über 450 € liegt.

Bei Überarbeitung von Arbeitsverträgen sollten Sie daran denken, dass auch dieser Personenkreis
Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheits- und Urlaubsfall hat. Sofern Sonderzahlungen (Urlaubs- oder
Weihnachtsgeld) im Unternehmen üblich sind, stehen diese Minijobbern ebenfalls zu. Werden Aushilfskräften
diese Leistungen verwehrt, kann es im Rahmen der nächsten Prüfung durch die Deutsche Rentenversicherung
zur Versteuerung von 'Phantomlohn' kommen. Sollte die Beendigung eines solchen Arbeitsverhältnisses
nicht einvernehmlich verlaufen, muss damit gerechnet werden, dass der ehemalige Arbeitnehmer
Ausgleichszahlungen für die Urlaubsabgeltung und Sonderzahlungen nachfordert.