Arbeitgeber Bundesfinanzhof äußert sich zur Berechnung der 44 EUR-Freigrenze bei Sachbezügen

Gewährt ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer Sachbezüge in Höhe von maximal 44
EUR (brutto) monatlich, fällt hierfür keine Lohnsteuer an. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass in
die Berechnung der Freigrenze Versand- und Verpackungskosten einzubeziehen sind. Ergibt
sich dadurch ein Betrag von mehr als 44 EUR, ist der komplette Sachbezug lohnsteuerpflichtig.
Diese Ansicht hat das Finanzgericht Baden-Württemberg in 2016 vertreten. Im Revisionsverfahren
hat der Bundesfinanzhof diese Sichtweise nun wie folgt konkretisiert:
Bei der Berechnung des Sachbezugswerts ist der um übliche Preisnachlässe geminderte
übliche Endpreis am Abgabeort anzusetzen. Das ist der Preis, der im allgemeinen Geschäftsverkehr
von Letztverbrauchern für identische bzw. gleichartige Waren gezahlt wird.
Beachten Sie: Vergleichspreis ist grundsätzlich der günstigste Einzelhandelspreis am Markt.
Markt in diesem Sinne sind alle gewerblichen Anbieter, von denen der Steuerpflichtige die konkrete
Ware oder Dienstleistung im Inland unter Einbeziehung allgemein zugänglicher Internetangebote
oder auf sonstige Weise gewöhnlich beziehen kann.

Es ist, so der Bundesfinanzhof, grundsätzlich nicht zu beanstanden, den Wert des Sachbezugs
anhand der Kosten zu bemessen, die der Arbeitgeber seinerseits dafür aufgewendet
hat. Dies gilt zumindest dann, wenn der Arbeitgeber die Ware oder Dienstleistung aus Quellen
bezogen hat, die auch Endverbrauchern zugänglich sind. Zudem müssen die Kosten um etwaige
Nachlässe (etwa Mengenrabatte) bereinigt werden, die Endverbraucher nicht erhalten hätten.
Liefert der Arbeitgeber die Ware in die Wohnung des Arbeitnehmers, ist dies eine zusätzliche
Leistung. Es handelt sich um einen weiteren Sachbezug, der gesondert zu bewerten ist.
Eine Bereicherung kann aber fehlen, wenn der Arbeitnehmer für das Empfangene selbst nichts
hätte aufwenden müssen.
Entsprechendes gilt, wenn der günstigste Einzelhandelspreis am Markt im Versandoder
Onlinehandel gefunden wird. Ist der Versand als eigenständige Leistung ausgewiesen, tritt
der geldwerte Vorteil aus der Lieferung „nach Hause“ zum Warenwert hinzu.