Arbeitgeber Achtung, Gefahr droht bei selbst abholenden Firmenkunden aus der EU

Sie als Groß- oder Einzelhändler Waren verkaufen an inländische Unternehmer. Sie rechnen ganz normal mit separat ausgewiesener Umsatzsteuer ab. Sollte jedoch Ihr Abnehmer Unternehmer in einem anderen EU-Land – und dort als Unternehmer registriert sein, können Sie umsatzsteuerfrei liefern (§§ 4 Nr. 1a i.V.m. § 6 UstG).

Vorausgesetzt, Sie können zwei Dinge dokumentieren und der Finanzbehörde gegenüber im Prüfungsfalle dokumentieren:

Ihr Kunde ist Unternehmer und dieser hat die Ware in das andere EU-Land verbracht.

Liefern Sie auf der Basis langfristiger Geschäftsverbindungen und erfolgte die Lieferung per Post oder wird eine Spedition beauftragt, so ist der Nachweis unproblematisch. Sie haben durch Post- oder Speditionsbeleg den Nachweis, dass die Ware ins EU-Ausland gelangt ist.

Schwierigkeiten bereitet der Fall, wenn Ihr Kunde die Ware bei Ihnen abholen will.

Auch in diesem Fällen müssen Sie dokumentieren und nachweisen, dass die vorgenannten Voraussetzungen erfüllt sind. Wie gelingt Ihnen der Nachweis, dass Ihr Kunde Unternehmer ist? Dazu brauchen Sie die USt.-ID-Nummer und eine Kopie des Ausweises (bei einer Kapitalgesellschaft als Abnehmer ggf. Handelsregisterauszug) und/oder eine Dokumentation, dass der „Abholer“ berechtigt oder bevollmächtigt ist für dieses Unternehmen tätig zu werden

Gelangensbescheinigung: Zum Nachweis, dass die Ware ins EU-Ausland gelangt ist, gibt es so genannte Gelangensbescheinigung, die Sie gerne von meiner WEB-Seite downloaden können.

Nachweis des Gelangens in das andere EU-Land: Es gibt ein offizielles Muster einer Gelangens-Bestätigung, das jedoch nicht vorgeschrieben ist. Es genügt auch, wenn Ihnen Ihr Kunde später ein Fax schickt aus dem Bestimmungsland (EU-Ausland) und bestätigt: „Ihre Lieferung vom xx.xx.xxxx laut Lieferschein Nummer XXXX ist heute in meinem Betrieb angekommen“. Diese Bestätigung kann erst erfolgen, wenn die Ware beim Empfänger angekommen ist. Eine bei Aushändigung der Ware hier im Inland ausgestellte Bestätigung erfüllt diese Voraussetzungen nicht, denn so lange sich die Ware noch auf Ihrem Werkshof befindet oder gerade auf den LKW des Abholers geladen wurde, kann der Abnehmer nicht bestätigen, dass die Ware bei ihm im EU-Ausland angekommen ist!!

Gelangensbescheinigung: Zum Nachweis, dass die Ware ins EU-Ausland gelangt ist, gibt es so genannte Gelangensbescheinigung, die Sie unter folgender Seite downloaden können:

https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/neues-muster-zur-gelangensbestaetigung/150/3098/208225

Im Zweifelsfall gilt: Zunächst den Kaufpreis brutto berechnen (allerdings ohne eine Rechnung mit gesondertem Umsatzsteuerausweis zu erstellen) und vereinnahmen. Sie erstatten die Mehrwertsteuer erst, wenn alle Zweifel über die Unternehmereigenschaft des Kunden und das Eintreffen der Ware im Ausland beseitigt sind und Sie über alle erforderlichen Dokumente verfügen. Sie können hierzu auch mein Jahresendrundscheiben 2012 noch einmal durchlesen oder ggf. bei mir anfordern.