Alle Steuerzahler: Mögliche Steuerhinterziehung: Gefälligkeiten kann "teuer" werden

Mögliche Steuerhinterziehung: Gefälligkeiten kann „teuer" werden

Wer nicht erst seit gestern im Geschäftsleben tätig ist, kennt die Situation: Ein Geschäftspartner oder guter Bekannter bittet um eine kleine Gefälligkeit in Form einer eigentlich nicht berechtigten Rechnung, eine Lieferung gegen bar ohne Rechnung oder Ähnliches. Auf die Frage nach dem Grund wurde dann gerne mit einem vielsagenden Augenzwinkern geantwortet. In diesen Situationen ist mehr denn je größte Zurückhaltung und Vorsicht angeraten.

Denn was vor einigen Jahrzehnten noch schlechtesten Falls als „Kavaliersdelikt" galt, wird inzwischen durch die Finanzverwaltung — begünstigt durch den Einsatz moderner Technik — immer konsequenter verfolgt. Dabei droht nicht nur den eigentlichen Tätern ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung, sondern immer häufiger auch den „Helfern". Und es kann noch schlimmer kommen — wenn beim Täter die Mehrsteuern (plus Zinsen) nicht mehr einzutreiben sind, hält sich der Fiskus eben an dessen Helfer, die im Regelfall für die hinterzogenen Steuern etc. ebenfalls haften.

Die in diesen Fällen wegweisende, höchstrichterliche Entscheidung erging bereits im Jahr 2004 vor dem Bundesfinanzhof. Es ging um einen Gastronomie-Zulieferer, der auf Wunsch eines guten Kunden für einen Teil der Umsätze „Barrechnungen" ausstellte und dabei nach Auffassung des Bundesfinanzhofs hätte erkennen müssen, dass dieser Wunsch aus dem Bestreben resultierte, bisher unversteuerte Einnahmen für den Einkauf einsetzen zu können, um auf diese Weise Steuern zu hinterziehen. Nachdem der Gastronom Pleite gegangen war, musste dessen ehemaliger Lieferant nunmehr für die hinterzogenen Steuern aufkommen. Er konnte sich nicht darauf berufen, seinem Kunden doch nur einen Gefallen getan und damit höchstens „ein bisschen mitgeholfen" zu haben.