Alle Steuerzahler: Kredite für Wohnimmobilien - Ertragsberechnung-Rechnung

Kredite für Wohnimmobilien

Die gesetzlichen Neuregelungen zur Vergabe von Krediten für Wohnimmobilien haben einigen Kollegen nicht nur zusätzliche Arbeit, sondern auch Kopfzerbrechen bereitet. Sie mussten für Mandanten die in den Kanzleien meist unbeliebten Ertragsvorschauen über längere Zeiträume er­stellen. Hintergrund ist die EU-Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie, die seit Ende März 2016 in deutsches Recht überführt wurde. Diese verpflichtet die Geldinstitute bei der Vergabe von Immobilienkrediten ihre Kunden genauer anzuschauen. Selbstverständlich haben die Banken schon immer die Kreditwürdigkeit eines Antragstellers intensiv geprüft, letztlich aus eigenem Interesse. War der Antragsteller insgesamt vermögend und liquide und brachte für den Kauf des zukünftigen Familienheims ausreichend Eigenkapital mit, kam die Prüfung schnell zu einem positiven Ergebnis. Nunmehr müssen die Banken die Kreditwürdigkeit nach Maßgabe der §§ 505a ff. BGB feststellen, bevor ein Darlehen ausgereicht wird. Dies bedeutet explizit, dass die Bank zwingend prüfen muss, festzustellen, ob die Einkünfte des Kreditnehmers in den nächsten Jahren ausreichen, um alle Kreditverbindlichkeiten bedienen zu können. Die Kreditwürdigkeitsprüfung darf nämlich nicht mehr hauptsächlich darauf gestützt werden, dass der Wert der finanzierten Immobilie voraussichtlich zunimmt oder schon jetzt den Darlehensbetrag übersteigt (§ 505b Abs. 2 BGB). Als Konsequenz hieraus erstellen Banken in Einzelfällen Ertragsvorschauen für mehrere Jahre, teilweise sogar bis zum Erreichen des Rentenalters, wenn das Darlehen eine entsprechend lange Laufzeit hat. Die meisten Kreditsachbearbeiter stoßen hierbei jedoch an ihre Grenzen und fordern die Antragsteller auf, durch ihren Steuerberater eine solche Gewinnprognose fertigen zu lassen. Häufig werden Kredite erst beantragt, wenn bereits ein konkretes Objekt ins Auge gefasst wurde und Verhandlungen mit dem Verkäufer begonnen wurden. Daher sind wir als Berater oft in der Situation, sehr kurzfristig die erforderlichen Zuarbeiten für die Banken erledigen zu müssen. Das Honorar hierfür ist frei verhandelbar.