Alle Steuerzahler Bundesrat stimmt zahlreichen Steuergesetzen zu: Dienstfahrräder und Jobtickets ab 2019 steuerfrei

Alle Steuerzahler
Bundesrat stimmt zahlreichen Steuergesetzen zu: Dienstfahrräder und Jobtickets ab
2019 steuerfrei

Am 23.11.2018 hat der Bundesrat zahlreichen Steuergesetzen zugestimmt, sodass diese
nun in Kraft treten können. Wie so oft im Gesetzgebungsverfahren wurden „kurz vor Toresschluss“
noch einige Änderungen vorgenommen. Hierbei ist hervorzuheben, dass Dienstfahrräder und Jobtickets
ab 2019 steuerfrei sind.
Das im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens umbenannte „Jahressteuergesetz 2018“ (jetzt:
„Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung
weiterer steuerlicher Vorschriften“) wurde im Vergleich zum Regierungsentwurf noch an
einigen Stellen angepasst. Wichtige Punkte werden vorgestellt:

Jobtickets
Die 2004 aufgehobene Steuerbefreiung für Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse und Sachbezüge)
zu den Aufwendungen für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr der Arbeitnehmer
zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte wurde wieder eingeführt – und zwar mit Wirkung
ab 1.1.2019. Ferner wurde die Steuerbegünstigung auf private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr
erweitert.

Merke: Begünstigt sind:
• Sachbezüge in Form der unentgeltlichen oder verbilligten Zurverfügungstellung von Fahrausweisen,
• Zuschüsse des Arbeitgebers zum Erwerb von Fahrausweisen,
• Leistungen (Zuschüsse und Sachbezüge) Dritter, die mit Rücksicht auf das Dienstverhältnis
erbracht werden und
• Fälle, in denen der Arbeitgeber nur mittelbar (beispielsweise durch Abschluss eines Rahmenabkommens)
an der Gewährung des Vorteils beteiligt ist.

Beachten Sie: Die Steuerfreiheit von Arbeitgeberleistungen für die Nutzung eines Taxis ist durch die
Worte „im Linienverkehr“ ausgeschlossen.
Zudem gilt die Steuerfreiheit nicht für Arbeitgeberleistungen, die durch Umwandlung des ohnehin
geschuldeten Arbeitslohns finanziert werden. Eine Entgeltumwandlung ist also schädlich.
Ein Wermutstropfen: Die steuerfreien Leistungen werden auf die Entfernungspauschale
angerechnet.

Dienstfahrräder
Der geldwerte Vorteil aus der Überlassung eines betrieblichen Fahrrads vom Arbeitgeber an
den Arbeitnehmer ist mit Wirkung ab dem 1.1.2019 (zunächst bis Ende 2021 befristet) steuerfrei.
Voraussetzung ist, dass der Vorteil zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt
wird. Im Gegensatz zur Steuerbefreiung bei Jobtickets erfolgt hier keine Anrechnung auf die Entfernungspauschale.
Beachten Sie: Die Steuerbefreiung gilt sowohl für Elektrofahrräder als auch für Fahrräder. Ist ein
Elektrofahrrad jedoch verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzuordnen – z. B. gelten Elektrofahrräder,
deren Motor auch Geschwindigkeiten über 25 Kilometer pro Stunde unterstützt, als Kraftfahrzeuge
– sind für die Bewertung dieses geldwerten Vorteils die Regelungen der Dienstwagenbesteuerung
anzuwenden.

Dienstelektrofahrzeuge
Werden Dienstwagen auch privat und/oder für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte
genutzt, ist ein geldwerter Vorteil anzusetzen. Für Elektro- und extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge,
die vom 1.1.2019 bis zum 31.12.2021 angeschafft oder geleast werden, wurde
die Bemessungsgrundlage halbiert. Bei der Ein-Prozent-Regel ist somit nur der halbe Listenpreis
anzusetzen.

Während des Gesetzgebungsverfahrens erfolgte folgende Beschränkung: Extern aufladbare
Hybridelektrofahrzeuge werden nur einbezogen, wenn
• das Fahrzeug eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer
hat oder
• die Reichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens
40 Kilometer beträgt.