Abzugsverbot für Schuldzinsen: Bemessungsgrundlage auf Entnahmeüberschuss begrenzt

Abzugsverbot für Schuldzinsen: Bemessungsgrundlage auf Entnahmeüberschuss begrenzt
Der Abzug betrieblicher Schuldzinsen ist bei Überentnahmen gesetzlich beschränkt.
Zur Ermittlungsweise hat der Bundesfinanzhof nun entgegen der Ansicht der Finanzverwaltung
entschieden, dass die Bemessungsgrundlage auf den periodenübergreifenden Entnahmeüberschuss
begrenzt ist.
Die Ermittlung im Überblick
Die steuerrechtliche Abziehbarkeit von Schuldzinsen ist zweistufig zu prüfen: Zunächst
ist festzustellen, inwieweit die Schuldzinsen überhaupt betrieblich veranlasst sind. Denn privat
veranlasste Schuldzinsen sind bei Anwendung der Überentnahmeregelung nicht zu berücksichtigen.
Im 2. Schritt ist dann zu prüfen, ob der Betriebsausgabenabzug wegen der Überentnahmeregelung
eingeschränkt ist.

Beim Berechnungsmodus sind folgende Grundsätze zu beachten:
• Werden Überentnahmen getätigt, dann ist ein Teil der betrieblichen Schuldzinsen nicht
als Betriebsausgaben abziehbar. Eine Überentnahme ist der Betrag, um den die Entnahmen
die Summe des Gewinns und der Einlagen des Wirtschaftsjahrs übersteigen.
• 6 % dieser Überentnahmen sind als nicht abziehbare Betriebsausgaben zu behandeln.
Überentnahmen der Vorjahre werden zu den laufenden Überentnahmen addiert. Unterentnahmen
der Vorjahre werden von den laufenden Überentnahmen abgezogen.
• Zinsen bis zu 2.050 EUR (Sockelbetrag) sind uneingeschränkt abziehbar.
• Von der Abzugsbeschränkung ausgenommen sind Schuldzinsen, die aus Darlehen zur
Finanzierung von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens resultieren.
Merke: Die Einschränkung des betrieblichen Schuldzinsenabzugs ist auch bei einer Gewinnermittlung
mittels Einnahmen-Überschussrechnung anzuwenden. Bei Überschusseinkünften (insbesondere
Vermietung und Verpachtung) gilt die Abzugsbeschränkung jedoch nicht.