Freiberufler und Gewerbetreibende: Was sind Anlässe für eine Betriebsprüfung durch das Finanzamt?

Was sind die Anlässe für eine Betriebsprüfung durch das Finanzamt

Betriebsprüfungen sind stets unangenehm. Manche glauben, dass die Auswahl rein zufällig erfolgt. Fakt ist jedoch, dass nur zehn Prozent der geprüften Betriebe zufällig ausgewählt werden, seit 2011 sogar nur noch fünf Prozent.

95 Prozent werden nach bestimmten anderen Kriterien ausgesucht, bei denen das Finanzamt aus statistischen Erfahrungen weiß, dass man „fette Beute“ machen kann.

Solche Anlässe sind insbesondere:

    • Kontrollmaterial, das über Sie vorliegt. Sie schreiben Rechnungen an ein anderes Unternehmen, das diese Rechnungen absetzt. Das Finanzamt will kontrollieren, ob Sie die Rechnungen auch versteuert haben.

    • Betriebsveräußerungen oder Einbringungen in andere Unternehmen. Hier wird oft sehr viel falsch gemacht, und das Finanzamt kann Nachzahlungen kassieren.

    • Rechtsbeziehungen mit Ihrer eigenen Gesellschaft (Vermietung, Darlehen Anstellungsvertag, usw.).

    • Bei GmbHs: Es ist eine Betriebsaufspaltung entstanden oder das Finanzamt vermutet, dass eine vorliegt, obwohl sie nicht erklärt wurde (typischer Fall: Gesellschafter vermietet Immobilie an die eigene GmbH).

    • Entnahmen und Einlagen in ungewöhnlicher Höhe.

    • Generell hohe Prüfungswahrscheinlichkeit haben Betriebe mit Bargeld, z. B. Handwerk, Einzelhandel, Gastronomie, Friseur usw.

  • Ehegattendarlehen mit 42 statt mit 25 Prozent besteuert

Leihen Sie einem Fremden Geld, müssen Sie die Zinseinnahmen nur mit 25 Prozent versteuern. Leihen Sie das Geld aber Ihrem Ehepartner, der die Zinsen steuerlich geltend macht, müssen Sie die Zinseinnahmen mit bis zu 42 Prozent versteuern.

Darin sah ein Steuerzahler einen Verstoß gegen Artikel 6 Grundgesetz (Schutz der Ehe). Er fand allerdings vor dem Finanzgericht Köln kein Verständnis für seine Argumentation.

Es bleibt also dabei: Zinseinnahmen vom Ehegatten müssen höher versteuert werden als Zins­einnahmen von der Bank.

Hinweis: Verwendet der Ehegatte das Geld für einen Zweck, wo er die Zinsen steuerlich nicht absetzen kann (z. B. den Kauf eines privat genutzten Autos, Ferienhauses oder ähnlichem), bleibt es bei 25 Prozent Steuersatz.