Freiberufler und Gewerbetreibende: Überraschungen bei Betriebsprüfungen

Überraschungen bei Betriebsprüfungen

BeiRechnungen fehlt die genaue die Leistungsbeschreibung!

Den Vorsteuerabzug aus einer Rechnung bekommen ein Steuerpflichtiger nur, wenn die Art der Leistung leicht und eindeutig nachprüfbar ist. Immer öfter kommt es im Rahmen von Betriebsprüfungen hier zu Differenzen, die, wenn überhaupt, nur mit Aufwand zu bereinigen sind. Es wird der Vorsteuerabzug aus Rechnungen nicht anerkannt, weil die in der Rechnung beschriebene Leistung nicht ausreichend klar und eindeutig die in Anspruch genommene Leistung (oder den Artikel der Lieferung) beschreibt. So werden bei Lieferungen oft nur Artikelnummern angegeben und nicht eine Bezeichnung der Ware. Hier sollten Sie zu Ihrer Sicherheit ggf. den Warenkatalog des Lieferanten zur Hand haben.

Bei sonstigen Leistungen (speziell bei Handwerkern) werden oft unzureichende Beschreibungen der Leistungen gewählt.

Hier Beispiele aus der Rechtsprechung, was alles als „nicht ausreichend“ bezeichnet wurde:

    • „Bauarbeiten“

    • „Bauleistungen“

    • „Renovierungsarbeiten“

    • „Trockenbauarbeiten, Fliesenarbeiten, Außenputzarbeiten“

    • „Gesamter Warenbestand“

    • „Technische Beratung und Kontrolle“

    • „nach Absprache“

    • „Betriebskostenumlage“

    • „Beratungsleistungen“, „erhöhte Beratungsleistungen“, „Dienstleistungen“

  • „Personalgestellung: Schreibarbeiten, Büromaterial, Porto, EDV-Fachliteratur“

Hinweis: Alle diese Angaben könnten natürlich ausreichen, wenn das in einer Anlage zur Rechnung näher definiert und erläutert und in der Rechnung hierauf Bezug genommen wird, zB. Handwerkervertrag, Ausschreibung usw.). Denn nach § 31 Abs. 1 UStDV kann eine Rechnung aus mehreren Dokumenten bestehen, aus denen sich die erforderlichen Angaben insgesamt ergeben.

Und: Sie können solch eine Anlage noch während einer Betriebsprüfung nachreichen, sie muss nicht unmittelbar der Rechnung beigefügt werden.