Freiberufler und Gewerbetreibende: Kassenprüfung: Ein Wintermärchen?

Kassenprüfung: Ein Weihnachtsmärchen?

Kollegen aus dem Raum Freiburg berichten mir bei einer Weiterbildung nachfolgendes:

In der zweiten Woche des Dezember 2015 veranlasst die Oberfinanzdirektion, dass ca. 2.000 Finanzbeamte zu so genannten Umsatzsteuersonderprüfungen (§27b UStG, Umsatzsteuernachschau) in Betrieben mit Bargeldverkehr (Friseure, Spielwarengeschäfte, Juweliere, Konditoreien und Bäckereien, Gaststätten, Kosmetikgeschäfte, Drogerien) „ausrücken“. Das Ziel war, dort Sonderprüfungen durchzuführen und bei einem Kassensturz (hier werden die Bargeldbestände zu Beginn der Prüfung festgehalten durch Zählung mit dem Sonderprüfer) und durch Rückrechnung auf den Stand am letzten Tag, festzuhalten, dass möglicherweise die Kassenführung und damit die Finanzbuchhaltung nicht ordnungsmäßig ist. Damit sind nach steuerlichen Vorschriften Zuschätzungen möglich.

Bei ca. 80 % der so geprüften Betriebe, stimmten die ermittelten Kassenbestände mit den Aufzeichnungen nicht überein und es kam zu Zuschätzungen, teilweise in Bereichen, die zu Steuernachzahlungen im fünfstelligen Bereich führten.

Diese Sonderprüfungen sind ohne besonderen Anlass und auch ohne Ankündigung möglich und sollen Umsatzsteuerbetrug verhindern. Die durchgeführten Prüfungen gaben der Finanzbehörde Recht!!!

Aus diesem Grunde bitte ich Sie bei der Kassenführung darauf zu achten,

dass die Kassenberichte unverzüglich gefertigt werden,

dass diese rechnerisch richtig und fortlaufend sind,

dass sich keine Kassenfehlbeträge ergeben und

dass an jedem Tag bei Erstellung des Kassenberichts ein Kassensturz erfolgt.

Letzteres dürfte auch in Ihrem eigenen Interesse sein, denn nur so könnten eventuelle Fehlbestände und „Schwund“ ermittelt werden.