Freiberufler und Gewerbetreibende: Beiträge zur Künstlersozialkasse

Beiträge zur Künstlersozialkasse

Schon so mancher Mandant hat sich verwundert die Augen gerieben, als er nach einer Prüfung durch die Rentenversicherung zu Beiträgen an die Künstlersozialkasse (KSK) herangezogen wurde. Wer nämlich selbstständige Künstler beschäftigt, muss an diese Sozialversicherung die sog. "Künstlersozialabgabe" leisten. Sie beträgt derzeit immerhin 5,2% (2013 – 4,1%) der Bemessungsgrundlage. Dies sind alle an die selbstständigen Künstlergezahlten Entgelte einschließlich aller Auslagen und Nebenkosten. Nicht zur Bemessungsgrundlage gehören unter anderem die Umsatzsteuer, steuerfreie Aufwandsentschädigungen, Reisekosten oder z. B. die steuerfreie "Übungsleiterpauschale". Die Zahlungen unterliegen der Künstlersozialabgabe, sofern sie an selbstständige Künstler oder Publizisten gezahlt werden. Hierzu gehören auch Personengesellschaften wie BGB-Gesellschaft, OHG oder die Partnerschaftsgesellschaft. Lediglich Honorare an juristische Personen (GmbH oder AG) fallen nicht unter die Abgabe, weil dieser Personenkreis seinerseits nicht bezugsberechtigt ist. Wer zur Abführung der Künstlersozialabgabe verpflichtet ist, hat fortlaufende Aufzeichnungen über die gezahlten Entgelte zu führen und diese zum 31. März des Folgejahres an die KSK zu melden. Wer einmal dort geführt ist, muss ggf. auch eine Nullmeldung abgeben. Zur Anmeldung werden Formulare verschickt.

Neben den Unternehmen, die üblicherweise „Künstler“ beschäftigt (wie Verlage, Theater, Rundfunk, Fernsehen, Werbeagenturen), sind auch Unternehmen zur Zahlung an die KSK verpflichtet, die für Zwecke des eigenen Unternehmens Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben und dabei nicht nur gelegentlich Aufträge an selbstständige Künstler oder Publizisten erteilen. Von einer Regelmäßigkeit oder Dauerhaftigkeit und nicht nur einer gelegentlichen Auftragserteilung ist auszugehen, wenn nicht nur einzelne Aufträge an diesen Personenkreis erteilt wurden, sondern eine längerfristige, kontinuierliche oder regelmäßige wiederkehrende Zusammenarbeit bestand. Als regelmäßig gilt dabei schon die jährliche Erteilung von Aufträgen. Gleiches gilt, wenn Werbeprojekte sich über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstrecken und in der Folgezeit weitere Aufträge erteilt werden. Im Rahmen der Buchführung oder bei Erstellung des Jahresabschlusses sollten Sie darauf geachtet werden, ob Zahlungen geleistet werden, die der KSK-Abgabe unterliegen könnten. Nur Sie als der Auftrag gebende Unternehmer können wissen, ob der Auftrag zu einer Belastung führen kann. Sie sollten ggf. mich zuvor informieren, oder sich weitere Infos einholen!