Arbeitgeber: Lohnsteuer-Nachschau: Startschuss der Finanzverwaltung

Lohnsteuer-Nachschau: Startschuss der Finanzverwaltung

Mit § 42g EStG ist durch das Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz die Lohnsteuer-Nachschau in das EStG eingefügt worden. Diese Änderung ist zum 30.6.2013 in Kraft getreten. Bisher ist die Regelung von der Finanzverwaltung kaum angewandt worden. Mit Verfügung vom 29.10.2013 hat die Thüringer Landesfinanzdirektion den wohl bundesweiten Startschuss gegeben. Fakt ist, dass mit der Nachschau beauftragte Amtsträger der Finanzbehörden ohne vorherige Ankündigung und außer­halb einer Außenprüfung Grundstücke und Räume von Personen, die eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit ausüben, während der Geschäfts- und Arbeitszeiten betreten können, um zeitnah Sachverhal­te aufzuklären. Die Wohnräume allerdings dürfen gegen den Willen des Inhabers nur zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung betreten werden!

Die von der Lohn­steuer-Nachschau betroffenen Personen haben andererseits im Rahmen ihrer Mitwirkungspflichten auf Verlangen Lohn- und Gehaltsunterlagen, Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und andere Ur­kunden über die der Lohnsteuer-Nachschau unterliegenden Sachverhalte vorzulegen und Auskünfte zu erteilen, soweit dies zur Feststellung einer steuerlichen Erheblichkeit zweckdienlich ist.

Sollten bei Ihnen Finanzbeamte zu einer Lohnsteuernachschau auftauchen, bitte ich um sofortige Kontaktaufnahme, um ggf. schnell reagieren zu können. Denn, wenn Sie sich in einer Lohnsteuernachschau „stur“ stellen und den Ablauf nach Ansicht der Beamten behindern, kann diese Lohnsteuernachschau ohne vorherige Prüfungsanordnung nach § 196 der Abgabenordnung, in eine Außenprüfung nach § 42f EStG übergeleitet werden.

Sollten Sie zu diesem Thema Beratungsbedarf sehen, so rufen Sie mich an oder vereinbaren einen Gesprächstermin. Wir sollten uns allgemein darauf einstellen, dass die Neugierde der Finanzbehörden überproportional zu den benötigten Finanzmitteln steigt, und mit immer mehr Kontrollen und Aufzeichnungs- bzw. Meldepflichten eingeführt werden. Die Überwachung steigt!