Alle Steuerzahler: Verschwiegenheit des Steuerberaters

Verschwiegenheitspflicht des Steuerberaters

Die Verschwiegenheit gehört zu den wichtigsten Berufspflichten des Steuerberaters. Sie ist sehr umfassend und erstreckt sich auch auf Mitarbeiter und Angehörige.

Die Vorschrift des § 57 Abs. 1 StBerG bestimmt unter anderem, dass Steuerberater und Steuerbevollmächtigte ihren Beruf verschwiegen auszuüben haben. Die Verletzung der Verschwiegenheitspflicht ist gemäß § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB mit Strafe bedroht.

Die Verschwiegenheitsverpflichtung endet nicht mit dem Tod des Mandanten.

Nach Beendigung des Auftragsverhältnisses durch den Tod des Mandanten besteht die Verschwiegenheitsverpflichtung uneingeschränkt fort. Der Steuerberater ist zunächst uneingeschränkt - auch gegenüber den Erben des verstorbenen Mandanten – zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Das Vermögen des Erblassers geht zwar gemäß § 1922 Abs. 1 BGB als Ganzes auf den Erben über. Dem oder den Erben wachsen daher also auch die Ansprüche gegen den Steuerberater des Erblassers auf Auskunft zu, sofern der Erblasser nichts Gegenteiliges bestimmt hat,dennoch ist der Steuerberater an die Verschwieigenheitsverpflichtung gebunden. Er kann nur durch eine Verzichtserklärung des Erben davon entbunden werden. Der Erbe kann also selbst die Voraussetzungen für die Entbindung von der Verschwiegenheitsverpflichtung schaffen, indem er den Steuerberater schriftlich von dessen Verschwiegenheitsverpflichtung entbindet. Hierbei hat sich der Steuerberater von der rechtlichen Stellung des Erben zu überzeugen, z.B. durch Vorlage eines Erbscheins oder eines Testamentes.

Es ist zu überlegen, ob nicht schon rechtzeitig eine Entbindung des Steuerberaters von der Verschwiegenheitsverpflichtung nur für den Erbfall erteilt werden sollte?

Sie sollten dies bedenken und ggf. schon jetzt Vorsorge für solche Fälle treffen. Gerne bin ich auch bereit Ihnen diesen doch recht verzwickten Sachverhalt zu erläutern!