Alle Steuerzahler: Längere Laufzeiten bei SEPA

Unternehmer müssen längere Vorlaufzeiten für SEPA-Lastschriften beachten

Unternehmer und Arbeitgeber können infolge der kurzen Fälligkeitstermine bei Steuerfestsetzungen im Bereich der USt- Voranmeldungen und LSt-Anmeldungen in besonderem Maße von den Folgen der längeren Vorlaufzeiten des SEPA-Lastschriftverfahrens betroffen sein. Die oft­mals hohen Steuerbeträge verschärfen die Problematik.

Seit 1. 2. 2014 erfolgen die Lastschriften mittels SEPA-Lastschriftverfahren. Die Vorgaben der Kreditinstitute für erstmali­ge SEPA-Lastschrifteinzüge verlängern die zeitlichen Abläufe. Anträge auf Stundung, Aussetzung der Vollziehung (AdV) oder Erlass von Steuern benö­tigen künftig zehn Arbeitstage Vorlauf, damit die Lastschrift noch aufgehalten werden kann.

Beispiel: Im Rahmen einer USt-Sonderprüfung müssen bisher als steuerfrei ange­meldete Umsätze wegen fehlender Nach­weise als steuerpflichtig behandelt wer­den. Die Auswertung des Prüfberichts am 3. 3. führt zu einer geänderten Festset­zung der USt im Voranmeldungsverfahren. Der höhere Steuerbetrag ist am 13. 3. fällig (Leistungsgebot). Gegen die geän­derte Festsetzung legt der Unternehmer am 10. 3. fristgerecht Einspruch ein. Gleichzeitig beantragt er AdV und reicht den bisher fehlenden Nachweis nach. Trotz umgehend gewährter AdV kann in­folge der Vorlaufzeiten für die SEPA- Lastschrift der Lastschrifteinzug nicht mehr vor dem Fälligkeitstag (13. 3.) gestoppt werden.

D. h.: Der höhere Steuerbetrag wird mit­tels Lastschrift zunächst eingezogen. Eine Korrektur erfolgt dann im Nachhinein von Amts wegen.